Warum der Sommer in Schweden so schön ist

Warum der Sommer in Schweden so schön ist

Der Sommer ist in Schweden recht kurz. Vor allem im Norden sind die warmen Tage nicht allzu zahlreich. Aber der kurze Schwedensommer ist dafür um so schöner. Mir fallen unzählige Gründe ein, den Urlaub auf die Sommermonate zu legen. Einige verrate ich dir!

 

Es ist Juni und obwohl wir hier in Deutschland schon die ersten warmen Tage des Jahres hatten, ist das Wetter jetzt doch wieder eher trüb. Das schürt natürlich die Lust auf Sommer. Auf Sommer in Schweden! Die nächsten Reisen sind geplant und ich verrate dir, worauf ich mich freue und was ich am Schwedensommer so liebe.

 

Schwedische Wildblumenwiese im Frühjahr

 

"Wir liebten das Leben, den Sommer in Schweden
Die welt hing an Fäden und alles war leicht
Und so klar, so wie es war.
Wir liebten das Leben, den Sommer in Schweden
Die Nächte im Regen und alles war leicht und so klar.
So wie es war, so wie es war."

Aus dem Lied "Sommer in Schweden" von Revolverheld

 

Die Ruhe

In Deutschland muss man schon relativ genau wissen, wo man hingehen muss, damit es wirklich still ist. Ohne Verkehrslärm, ohne andere Menschen. In Schweden ist es leichter Stille zu finden und zur Ruhe zu kommen. Das Land ist so dünn besiedelt, dass es ganz einfach ist, ein stilles Örtchen zu finden. Und das genieße ich in Schweden sehr. Die Weite, die Natur und die Stille. Die Menschenleere. Das Abschalten.

 

Drei Menschen am Steg in der Mitternachtssonne

Die Wildnis

Gerade weil das Land so eine geringe Dichte an Einwohnern hat, gibt es noch richtig wilde Landstriche. Und unzählige Nationalparks! Weitgehend unberührte Natur. Es macht unglaublich Spaß durch Schwedens Natur zu streifen, nach Wildpflanzen und Wildtieren Ausschau zu halten und hier und da Beeren für den Direktverzehr zu pflücken. Es gibt Regionen mit Wölfen und Bären und natürlich Elche und Rentiere. Sie alle haben gern ihre Ruhe und verstecken sich, wenn sie Menschen wittern. Aber mit etwas Glück und je nach Region, bekommt man sie doch auch ab und an zu sehen. Schwedens Landschaft lässt sich am besten zu Fuß erkunden. Es gibt tolle Wanderrouten! Aber auch Roadtrips und Fahrradtouren bieten sich an, denn das Land ist schließlich riesig.

 

Fleischfressende Pflanze, Schweden

Das Meer

Oh ja, das Meer. Für mich gehört es untrennbar zum Schwedenurlaub dazu! Daraus kommen herrlich leckere Fische, darin kann man sich abkühlen, wenn es mal so richtig heiß wird (oder nach einem Saunagang) und darauf kann man hervorragend erste Surfversuche starten. Und natürlich segeln! Schwedens Schären laden dazu ein, wunderschöne Stunden auf dem Wasser zu verbringen. Mit atemberaubender Aussicht versteht sich!

 

Mann und Kind segeln auf Holzboot

Das Jedermannsrecht

Auf Schwedisch allemansrätten. Das bringt so viel Gutes mit sich! Es erlaubt sehr viel, was andernorts unmöglich ist. Wenn man sich an ein paar Regeln hält und seinen gesunden Menschenverstand nicht ausschaltet, darf man an schicken, einsamen Plätzen zelten oder mit dem Boot anlegen. Kleine Mengen essbarer Leckereien dürfen geflückt werden und überhaupt darf man sich sehr viel freier in der Natur bewegen, als in vielen anderen Ländern.

 

Die Beeren

Ich liebe die schwedischen Beeren! Das was wir hier als Blau- oder Heidelbeeren vorgesetzt bekommen, hat meistens so rein gar nichts mit den kleinen, süßen Beeren gemein, die wir in Schweden pflücken können! Ich gebe zu, dass ich in den letzten Jahren ausgiebig Gebrauch vom Jedermannsrecht gemacht habe, und unzählige Stunden mit dem Pflücken und zubereiten von Beeren verbracht habe. Mein Regal mit verschiedenen, selbstgemachten schwedischen Marmeladen, Gelees und Soßen muss immer gut gefüllt sein, sonst kann ich nachts nicht schlafen! Neben der sehr typischen Preiselbeermarmelade - lingonsylt -, gehören Walderdbeer-Himbeer und Preisel-Johann-Blau zu meinen absoluten Favoriten!

 

Preisselbeeren in Schweden

Die helle Nacht

Umso höher im Norden man sich befindet, umso heller werden die Nächte. Und diese "weißen Nächte" setzen eine ganz tolle Energie frei. Ob man im hellen denn schlafen kann? Klar! Einige verdunkeln ihre Schlafzimmer, um sich das Nachtgefühl künstlich zu erschaffen. Aber für viele ist das nicht nötig. Mir macht das Schlafen im Hellen zum Beispiel rein gar nichts aus. Im Gegenteil. Irgendwie ist es lustig, sich im Hellen schlafen zu legen und auch im Hellen wieder aufzuwachen. Die Müdigkeit hält sich im schwedischen Sommer in Grenzen - zu groß ist die Lust, möglichst viel von der Helligkeit und der Sonne abzubekommen. Am schönsten ist die Mitternachtssonne für mich am Meer. Wenn möglich vom Boot aus.

 

Helle Nächte in Schweden, Frau auf dem Segelboot aus Holz

Die Sauna

Nie hätte ich gedacht, dass ich mal ein Saunafan werde! Aber in Schweden gehört das irgendwie dazu. Auch und gerade im Sommer. Nach einem warmen Tag abends nochmal richtig schwitzen und dann im Wasser oder an der kühlen Nachtluft abkühlen vorm Schlafen. Herrlich ist das!

 

Schwedische Saunaszene: Sauna, Eimer, Norrlands Guld

Das Mittsommerfest

Midsommar hat in Schweden ein lange Tradition und ist eines der größten Feste des Jahres (neben Weihnachten). Der Mittsommertag ist immer der Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni. Das eigentliche Fest wird aber schon am Freitag davor, am midsommerafton, gefeiert. (Fast) alle haben frei und können ein langes Wochenende mit Freunden und Familie verbringen. Die majmidsommarstång, wird geschmückt und zum Lied der kleinen Frösche betanzt: Små grodorna. Zu Mittsommer gehören immer auch viele Varianten an Heringshappen, Frühkartoffeln und Schnaps. Viel Essen, viel Trinken, viel gute Laune in guter Gesellschaft. Das Ganze vorzugsweise auf dem Land, in und um die stuga. Die Sommersonnenwende und das Mittsommerfest läuten den schwedischen Sommer ein. Definitiv eine gute Zeit, sich in Schweden aufzuhalten :-)

 

Mittsommer Tafel, Schweden, midsommar bord

Hast du schon mal deinen Sommerurlaub in Schweden verbracht? Was gefällt dir daran am meisten? Oder kennst du Schweden noch gar nicht und ich konnte dir Lust auf einen Schwedensommer machen?

Text: Rike Jütte

Fotos: Arne Gerken und Rike Jütte

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