Winter in Schweden

Winter in Schweden

Den meisten von uns kommen Ferienhäuser, kleine Boote, der Genuss von frischem Fisch im Sonnenschein oder eine Mittsommerparty in den Sinn, wenn sie an Schweden denken. Und die taghellen Nächte des Sommers haben ohne Frage ihren Charme. Aber auch im Herbst und im Winter ist Schweden den Besuch wert. Hier die Gründe dafür!

Wenn in Schweden Winter ist, ist wirklich Winter

Ich bin Ende Januar in Schweden angekommen. Mitten im Winter. Tageslicht gabs nur für einige Stunden. Und es hat geschneit. Und ich meine wirklich: ES HAT GESCHNEIT! Draußen versank ich knietief im weißen Puderzeug.
In Anbetracht der massigen Schneeberge die sich überall türmten, fühlte ich mich in meine Kindheit zurückversetzt. Bilder von Schneeballschlachten, Schneemannbauen und Schlittenfahren belagerten meinen Kopf. Aber lag damals wirklich so viel mehr Schnee? Oder wirkte das nur so, weil ich so viel kleiner war? Bis auf den Winter in 2010 habe ich wenig nennenswerte Wintererinnerungen an die letzten Jahre. Das wird hier kompensiert. Warme und wasserfeste Klamotten sind ein Muss und ohne feste Schuhe mit gutem Profil ist es kaum möglich, sich auf den stark vereisten Wegen fortzubewegen. Besonders witzig ist das Laufen auf gefrorenem Schnee. Manchmal laufe ich bis zu einem Meter über dem wirklichen Boden.
Es ist nicht immer leicht Halt zu finden, und ich muss zugeben, dass ich auch schon einige Male unschön auf dem Hintern gelandet bin.
Die Schweden helfen sich da auf unterschiedliche Art und Weise. So gibt es eine Art Rutschschutz mit Spikes*, die man sich unter die Schuhe schnallt, um auf dem Eis nicht auszurutschen. Außerdem gibt es Kickschlitten (ich nenne sie die Rollatoren des Nordens). Mit ihnen kommt man schnell voran und fühlt sich wie ein Kind mit Roller. (Ein Foto davon weiter unten.)

Wintersport

Es gibt über 200 Skiresorts in Schweden. Schicke Skiberge, Schanzen, etc.. Diese sind dann meistens mit einem Hotelaufenthalt und Skipass-Kauf verbunden. Aber man kann auch ganz kostenlos zu seinen Wintersportaktivitäten kommen. Die Städte und Kommunen kümmern sich darum, dass Langlaufloipen gut in Schuß sind, und die meisten Schulen oder Universitäten haben Eisringe zum Schlittschuhlaufen oder Hockeyspielen. Außerhalb der Städte, zum Beispiel in den wunderschönen Nationalparks, kannst du Crosscountry-Skifahren, oder Schneeschuh-Wanderungen machen. Skier, Schuhe und weiteres Equipment können günstig in Secondhandläden gekauft werden und es gibt auch vielerorts Ausleihservices.

Mehr Action?


Ist auch kein Problem. Wie wärs mit Schneemobil fahren? Ob durch den Wald, über schneebedeckte Wiesen, oder über zugefrorene Seen und das Meer.

 

In einigen Städten, zum Beispiel Luleå, wird das vereiste Meer geräumt und geglättet und es stehen Kickschlitten bereit. Man kann damit ganz schön Geschwindigkeit aufnehmen und es ist so ein tolles Gefühl auf dem gefrorenen Meer herumzuschlittern!

 

Unvergleichlich ist die Fahrt in einem Hundeschlitten. Vor allem in Lappland kann man tolle Touren buchen und darf zum Teil die Schlitten selbst lenken.

 

Eine weitere Möglichkeit zum Natur entdecken, sind geführte Ausritte. Häufig auf Islandpferden gehts durch die Wälder und über Wiesen.

Oder doch lieber ruhiger?

Wer es im Winter lieber ruhiger angehen möchte, kann Tierspuren im Schnee verfolgen, nachts nach Nordlichtern spähen, oder Eisangeln gehen. Das Eisangeln ist sehr populär, und ich sehe immer wieder dick eingemummelte Gestalten auf dem Eis.

Aber der wichtigste Punkt:

Es sieht sooo schön aus!

Ich muss nicht ständig sportlich auf Achse sein. Mir reicht es oft völlig, den Anblick von Schnee und Eis beim Spazierengehen zu genießen, Fotos zu machen und anschließend durchgefroren einen heißen Kaffee am warmen Ofen zu trinken...

Text: Rike Jütte

Fotos: Rike Jütte und Arne Gerken

Zum Weiterlesen:


Danke fürs Lesen!

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