Immer am Wasser - Mit Zug und Zelt durch Süd- und Westschweden

Blogbeitrag: Immer am Wasser - Mit Zelt und Zug durch Süd- und Westschweden

 

Die erste Schwedenreise fand in diesem Jahr sehr spät statt. Tatsächlich erst Ende Juni. Aber so konnten wir sowohl die Mittsommertage, als auch zwei weitere herrlich schöne Sommerwochen im Land unserer Begierde verbringen.

 

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Aus verschiedenen Gründen haben wir uns dieses Jahr gegen das Segeln und für Busse und Bahnen als Fortbewegungsmittel entschieden. Mit Rucksäcken auf dem Rücken ging es diesmal nicht in den Norden. Wir wollten uns stattdessen im Süden und im Westen des Landes umschauen.

 

Wanderrucksack im Wald mit Sonnenstrahlen

 

Schwerpunkt unserer Reise war, wie könnte es anders sein, Wasser. Und tatsächlich haben wir auch nur zwei Nächte nicht in unmittelbarer Wassernähe verbracht. Plan geglückt, würde ich sagen! Wir waren zu Beginn unserer Reise an der Ostseeküste, statteten den zwei größten Seen des Landes (Vättern und Vänern) einen Besuch ab und ließen auch die Westküste mit Kattegat und Skagerrak nicht aus. Dazwischen gabs weitere kleinere Seen und Flüsschen. Bis auf die Befriedigung der Lust nach Meer und einem Mittsommerfest in Lund hatten wir keine konkreten Pläne und schon mal gar keine Termine. Wir nahmen uns vor dort hinzufahren, wo es uns hinzieht und zu bleiben, wo es uns gefällt.

 

Bevor es aber an einzelne Berichte geht geb` ich schon mal einen Überblick über unsere Reise entlang schwedischer Gewässer.

 

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Immer am Wasser - Schweden im Juni/Juli 2018

 

Über Hamburg und Kopenhagen steuerten wir auf unser erstes Ziel zu: Die Universitätsstadt Lund. Dort soll es an Mittsommer so schön sein. Und das war es auch. Wir streunten durch die Straßen, erkundeten erst den Botanischen Garten und dann das Freilichtmuseum Kulturen. Dort beobachteten wir das Aufstellen der midsommarstång, bewunderten die farbenfrohen Blumenkränze auf den Köpfen der Besucher, erfreuten uns am Mittsommer-Froschtanz und zogen anschließend noch durch alle Gebäude des Museums.

 

Universitätsstadt Lund
Universitätsstadt Lund

 

Gleich für die erste Nacht fanden wir einen tollen Zeltplatz: Am Strand des kleinen Ortes Svarte. Hier verbrachten wir zu zweit unseren midsommarafton bei Wellenrauschen und Lagerfeuer.

 

Zelt und Lagerfeuer am Meer mit Steinstrand
Mittsommer Zeltplatz direkt am Meer

 

Am nächsten Tag entschieden wir uns für die Besichtigung Ystads. Nachdem wir unser Gepäck bei der Touristeninformation abgegeben hatten, ging es natürlich erstmal ans Wasser. Erst ein Kaffee am schmucken Schoner, dann rüber zum Hafen - Boote gucken. Danach machten wir uns auf, die St:Petri Kyrka, das Kloster und die vielen alten und geschichtsträchtigen Gebäude zu besuchen. Ystad hat uns unglaublich gut gefallen, ein Städtchen mit Charme. Wahrscheinlich tragen das Kopfsteinpflaster und die kleinen, mit Rosenbüschen bepflanzten Häuschen in den schmalen Straßen dazu bei.

 

Kopfsteinpflasterstraße mit Häusern und Rosen
Rosiges Ystad

 

Die Nacht verbrachten wir in Sölvesborg auf der Insel Lindholmen, die man durch die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke Europas erreicht.

 

Zelt und Campingutensilien
Schlafplatz Nummer Zwei...

 

Den nächsten Tag wollten wir der Barockstadt Karlskrona widmen, waren aber etwas enttäuscht. Nach dem schönen Ystad kam uns Karlskrona irgendwie kalt vor. Nichtsdestotrotz besichtigten wir ausgiebig das Marinemuseum und noch ausgiebiger die urige Bootsausstellung gegenüber.

 

Marinmuseum und Skulpur, Karlskrona, Schweden
Das Marinemuseum in Karlskrona

 

Als geeignet für einen Schlafplatz schien uns die Umgebung um Vissefjärda. Am See Törn. Hier verbrachten wir unsere erste Nacht im Wald, was eine schöne Abwechslung, aber etwas sumpfig und mückig war.

 

Grünes Zelt im Wald direkt an einem See in Schweden
Camping im Wald...

 

Auch für die nächste Nacht suchten wir uns wieder einen See heraus: den Anebysjön. So richtig abgelegen gab es keinen schönen Platz für uns und so machten wir es uns an einer Art Wehr mit Bootsschleuse gemütlich. Das Licht über dem See war wunderschön und wir genossen den Ausblick abends und morgens.

 

Zelten am Wehr...
Zelten am Wehr...

 

Jönköping und Falköping streiften wir nur. In Jönköping hat mich vor allem der Ausblick über den Vättern beeindruckt. Groß wie ein Meer! Ich war schon gespannt, wie sich das dann wohl erst am Vänern, dem größten See Schwedens anfühlen würde. Denn diesem wollten wir natürlich auch noch einen Besuch abstatten.

 

Hafen Jönköping, Schweden
Am Hafen von Jönköping

 

Die kommende Nacht war die erste ohne Wasserzugang. Wir wollten einen Platz am Fluss bei Stenstorp finden, zelteten stattdessen dann aber auf einer ungenutzten Wiese. Das Bachufer war einfach zu unzugänglich.

 

Zelt auf Wiese mit Wald und Vollmond im Hintergrund
Wiesencamping

 

Am nächsten Tag bewunderten wir in Stenstorp noch das Dalén Museum und am Bahnhof von Sköfte die Kunstausstellung, bevor wir in einen Bus nach Mariestad stiegen. Wir wollten zum Vänernsee. Die Busfahrt bescherte uns den Anblick einer Elchkuh und insgesamt eine entspannte Reise durch Västergötland. In Mariestad gefiel es uns so gut, dass wir gleich zwei Nächte blieben. Ausnahmsweise nicht im Zelt, sondern in einer tollen Herberge. Natürlich wurden Hafen, Gasthafen und umliegende Naturreservate ausgiebig inspiziert.

 

Blick auf Mariestad
Blick auf Mariestad
Gasthafen Mariestad am Vänernsee in Schweden
Der Gasthafen

 

Vom Vänern aus ging es an die schwedische Westküste. Über Göteborg in Richtung der Inseln Tjörn und Orust. Wir blieben allerdings auf der kleineren, vorgelagerten Insel Stenungsön hängen, weil es dort einfach herrlich schön war. Die gesamte Region mit ihren Schären erinnert uns an die Hohe Küste, die eine unserer Lieblingsregionen Schwedens ist. "Nur mit viel mehr Menschen und viel weniger Mücken.“, sagt Arne.

 

Stenungsön, Westschweden
Auf Stenungsön
Gut getarnt...
Gut getarnt...

 

Nach der Nacht auf Stenungsön liefen wir dann doch noch weiter nach Tjörn (die Inseln sind durch Brücken verbunden), waren aber so abgeschreckt von den Menschenmassen, dass wir uns in abgelegenere Gebiete, in der Nähe von Kil, verzogen.

 

Zelt auf Wiese am Meer
Etwas schlubberig, aber am Meer...

 

Mit dem Orustexpress, einem Insel-Festlandbus, ließen wir uns am folgenden Tag weiter in Richtung Uddevalla bringen. Wie eine Inselrundfahrt. Es ging vorbei an kleinen Orten, vielen Pferden, vielen Baustellen und einigen Yachthäfen. Uddevalla überzeugte uns aber trotz schickem Bahnhofspark nicht zum Bleiben.

 

Am Bahnhof in Uddevalla, Schweden
Gegenüber des Bahnhofs von Uddevalla

 

Varberg war das nächste Ziel. Sandstrände, Kaltbadehaus, Festung mit naturhistorischem Museum, Liebespark, Leuchtturm. Alles direkt am Meer. Das klang nach unserem Geschmack. Und so war es auch. Varberg wurde der zweite Ort der ganzen Reise, an dem wir zwei Nächte verbrachten.

 

Kaltbadehaus in Varberg, Schweden
Das Kaltbadehaus in Varberg
Definitiv einer der schönsten Zeltplätze!
Definitiv einer der schönsten Zeltplätze!

 

Ganz am Ende unseres Süd- und Westschwedentrips trafen wir noch Freunde, die mit ihrem Wohnmobil unterwegs waren. So schliefen wir noch zwei Nächte mit im Womo, erkundeten gemeinsam das Kullaberg Naturreservat, angelten Krebse, aßen die von den Kindern erbeuteten frischen Muscheln und genossen die Strände Ängelholms.

 

Sandstrand, Ängelholm, Schweden
Sandstrand bei Ängelholm

 

Dann war es schon wieder an der Zeit für die Rückreise. Obwohl wir uns aufs Nachhausekommen und vor allem den heimischen Garten gefreut haben, waren wir doch traurig schon wieder los zu müssen. Wir hätten gut noch einige weitere Tage an den Gewässern Schwedens verbringen können...

 

Urlaubslektüre


Als Urlaubslektüre stellte uns Dietrich Bender sein Buch Trollwege* zur Verfügung. In 26 Kurzgeschichten nahm er uns mit ins nördliche Skandinavien und nicht selten ging es dort übernatürlich zu. Gibt es denn nun Trolle und Feen, fragen wir uns? Vielleicht finden wir das noch heraus.


Das Buch ist auf jeden Fall sehr reisegeeignet: Nicht zu dick und durch die einzelnen Geschichten gut portionierbar. Der Autor scheint nicht nur ein Abenteurer, sondern vor allem auch ein Naturliebhaber zu sein. Vor allem die Beschreibungen der Landschaften, zum Teil aber auch der Personen sind sehr detailliert. Insgesamt eine kurzweilige und magische Lesereise mit Geschichten, die man gern am nächsten Lagerfeuer in eigenen Worten wiedergeben möchte.


Text und Fotos: Rike Jütte

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Danke fürs Lesen!

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