Was macht Dalarna so berühmt?

Die Region Dalarna gilt für viele als der Inbegriff Schwedens. Und das hat seine Gründe. Viele der als „landestypisch schwedisch" angesehenen Dinge kommen nämlich von hier! Neben dem Dalapferd auch das Schwedenrot und die Falukorv. Ausserdem werden in Dalarna Traditionen aufrecht erhalten und neu geschaffen.

Die schwedische Provinz Dalarna liegt in der westlichen Mitte Schwedens und grenzt an Norwegen. Sie ist für lebendige Traditionen ebenso bekannt, wie für ihr Kunsthandwerk und die wunderschöne, zum großen Teil noch unberührte und wilde Landschaft.

Dalarna bemüht sich darum, alte Bräuche und Sitten aufrecht zu erhalten und in den Alltag zu integrieren. Die farbenfrohen schwedischen Trachten kommen vor allem bei Festen, allen voran das große Mittsommer-Fest (midsommar), zum Vorschein.

Das Dala-Pferd

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Foto: Cecilia Larsson-Lantz /imagebank.sweden.se

In Schweden heißt es Dalahästen oder Dala-Häst, was aber auch nur Dalapferd heißt. Das kleine bunte Pferdchen gilt als wichtiges Nationalsymbol Schwedens und kommt aus dem Dorf Nusnäs. Im Ort kann man Werkstätten besuchen und den Handwerkern beim Bau und beim Dekorieren über die Schultern schauen. Die Pferdchen werden von Hand gefertigt und bemalt und sind an ihren floralen Ornamenten erkennbar.

Das Schwedenrot

In Schweden haben viele Häuser, Scheunen und Hütten die gleiche Farbe. In Deutschland nennen wir sie Schwedenrot. Auf schwedisch heißt sie Faluröd.


Nahe der Provinzhauptstadt Dalarnas, der Stadt Falun, liegt eine über 1000 Jahre alte Kupfergrube. In dieser wurden Eisenpigmente, die als Nebenprodukt während der Erzgewinnung entstanden, gefördert. Mit diesen Pigmenten wurde das Schwedenrot angemischt.


Die Kupfermine ist heute eine historische Industrielandschaft und gehört seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Faluwurst

Wie schon am Namen erkennbar, kommt auch die Faluwurst, die Falukorv, aus der Gegend rund um das schwedische Falun. Sie wurde und wird hier produziert und steht für die gesamte Provinz Dalarna.

 

Die Bestandteile, die für die Herstellung der Wurst benutzt werden, werden sorgfältig ausgewählt, denn die schwedische Falukorv wird von der EU als regionales Produkt geschützt.

Wie kam es zu Faluröd und Falukorv?

Die Geschichte der 1000 Ochsen


Die Grube Faluns förderte ihr Kupfer mit Hilfe von Seilen. Diese Seile mussten ordentlich was aushalten und mussten aus ganz speziellem Material hergestellt sein: Aus Ochsendärmen. Um an die Ochsendärme für die Seilherstellung zu kommen, wurden diese natürlich geschlachtet.

Was tun mit all dem Fleisch?, fragten sich die Faluner und stellten daraus eine Wurst her.
So entstand Faluröd als Nebenprodukt der Erzgewinnung und die Falukorv entstand als Nebenprodukt der Seilherstellung für die Erzgewinnung. So kommen zwei der berühmtesten Merkmale Dalarnas eigentlich aus Nebenprodukten. ;-)

Traditionen in Dalarna

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Foto: Ola Ericson /imagebank.sweden.se

Bei Idre ist Schwedens südlichstes Sami Dorf gelegen. Die Rentiere wandern frei über die Berge und und durch den Wald. Im Dorf werden für Besucher viele Attraktionen angeboten. Zum Beispiel das Üben vom Lasso-Werfen oder das Zuschauen bei der Arbeit mit den Rentieren. In traditionellen Samizelten werden am Feuer Geschichten erzählt und natürlich gibts handgemachte Souvenirs und Rentierfleisch zu kaufen.


Typische Gerichte der Region sind Stomp, Kolbotten, Jönnbröd und Rentierfleisch. Manche Höfe haben kleine Läden und wenn sie geöffnet sind, ist es am günstigsten die Spezialitäten dort direkt und lokal zu kaufen.


Eine etwas neuere, aber unglaublich beliebte Tradition in Dalarna ist der alljährlich stattfindende Vasalauf, der Vasaloppet. Dabei handelt es sich um einen 90km langen Wettkampf, der Sportler aus der ganzen Welt in die Nähe des Städtchens Älvdalen führt. Der vasaloppet ist im Winter der weltgrößte Ski-Wettkampf und findet im Sommer noch einmal auf Rädern statt.

Dalarna für Outdoor-Fans

In Dalarna ist Outdoor noch Outdoor, denn es gibt Wälder, Gebirge und Seen soweit das Auge reicht. Das schätzen neben den menschlichen Naturfreunden auch die ansässigen Wildtiere. Und die sind hier auch wirklich noch wild. Und je nach Zeit, können sie gefährlich werden. Neben dem König der Wälder, dem Elch, gibt es Bären und Wölfe, Vielfrasse und Luchse. Aber auch Bieber, Eulen und seltene Falkenarten wohnen in Dalarnas Wildnis. Aber den wenigsten treten sie wohl direkt vor die Nase.


Deshalb sind vielleicht die Wildsafaris in Dalarna so beliebt. Die Guides wissen genau, wann man wo schauen muss. Biebersafaris finden in Kanus statt, was sie doppelt interessant macht, finde ich. Um Elche zu sehen, muss nicht unbedingt eine Safari buchen, sie gehören eigentlich zum Inventar und zeigen sich fast täglich, auch in Ortsnähe.


Die abwechslungsreiche Wildnis gibt Sportlern zu jeder Jahreszeit genug zu tun. Auf den Wassern wird Kanu gefahren, gerudert oder geraftet, an Land gewandert, und geradelt.

Dalarnas Norden im Winter

Niclas Vestefjell /imagebank.sweden.se
Niclas Vestefjell /imagebank.sweden.se

Die Landschaft Dalarnas ist wie gemacht für Winterurlaube. Fjätervålen, Grövelsjön, Idre Fjäll und Idre Himmeljfäll sind die großen Ski Resorts der Region.

 

Aber nicht nur in den Bergen, auch weiter unten, werden die zugefrorenen Seen und die Cross-Country Trails zum wintersporteln genutzt. Neben Skiern und Schlittschuhen, sind Schneeschuhe zum Vorwärtskommen beliebt. Auch auf Schneemobilen gehts rasant voran. Ausruhen kann man sich nach actionreichen Aktivitäten zum Beispiel beim Eisangeln. Und wer lieber andere für sich laufen lässt, kann es sich auf Fellen in einem Hundeschlitten gemütlich machen.

 

Warst du schon mal in Dalarna?

Wie hat es dir gefallen und ist die Region wirklich der

"Inbegriff Schwedens"?

Lass es mich in den Kommentaren wissen!

 

Text und Fotos: Rike Jütte (wenn nicht anders angegeben)

 

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