Mautgebühren in Schweden (und wie man die Brückenmaut Sundsvall umfährt)

Infos zur schwedischen Infrastrukturabgabe und wie man die Maut der Sundsvallbrücke umfährt...

Schweden ist aus vielen Gründen besonders bei Autofahrern beliebt. Einer ist, dass das Fahren weitgehend kostenlos ist. Keine Vignetten und so. Aber an einigen Stellen muss man eben doch bezahlen. Das nennt sich dann Infrastrukturabgabe, Citymaut oder Staugebühr. Von schwedischen Mautgegnern wird die Gebühr auch vägtull genannt - Wegzoll.

 

Wo muss man denn in Schweden mit Mautgebühren rechnen?

 

Maut wird lediglich in den zwei größten Städten, Stockholm und Göteborg, sowie an einigen Brücken erhoben. Die Erfassung erfolgt voll automatisch und die Rechnung bekommen Schweden und Schwedenbesucher dann immer im folgenden Monat. Bezahlen muss man innerhalb von vier Wochen, sonst drohen Mahngebühren, die sich gewaschen haben. (Daran sollten vor allem Langzeiturlauber denken und zu Hause von jemandem die Post durchschauen lassen!).

 

Maut in Stockholm und Göteborg (trängelskatt/vägtull)

 

 
In Stockholm gibts die Citymaut. Diese bezieht sich auf die Innenstadt und den Essingeleden E4.
 
Auch Göteborg erhebt in der Innenstadt und auf einen Teil der E6 die Citymaut.
 
Die Kontrollstationen befinden sich im Randbereich der Innenstädte. Da sie unter anderem eingeführt wurden, um das Verkehrsaufkommen zu relativieren, gibt es keine wirklichen Stationen, an denen man anhält und bezahlt. Das würde ja wiederum den Verkehr verlangsamen. Stattdessen läuft alles automatisch ab. Die Kennzeichen werden registriert und am Ende eines Monats bekommt der Fahrzeughalter eine Sammelrechnung per Post. Die Gebühren variieren nach Tageszeit. 
 
An Wochenenden, Feiertagen und dem Tag vor einem Feiertag sowie den ganzen Juli über sind die Automaten in den Städten aus: Keine Mautgebühren also!
 

Brückenmaut in Schweden - Infrastrukturabgabe

Autobahnbrücke Sundsvall, Sundsvallbron

 

Diese wird an neueren Brücken erhoben, um damit im Nachhinein die Baukosten wieder einzuspielen. Eine Brückenmaut gibt es für folgende Brücken:

 

  • Motalabron - Brücke der Reichsstraße 50
  • Svinesundbron - Brücke der Europastraße 6 
  • Sundsvallbron - Brücke der Europastraße 4
  • Öresundbron - Brücke über den Öresund

Besonderheiten bei Svinesund- und Öresundbrücke

Für Svinesund- und Öresundbrücke gibt es zudem die Möglichkeit über die AutoPass Box zu bezahlen. Das ist eine kleine Box, die vorne ins Auto montiert wird und mithilfe derer dann (ebenfalls voll automatisch) die mautpflichtigen Fahrten erfasst werden. Dies gilt nicht nur für die beiden genannten Brücken in Schweden, sondern auch für andere Fähren und Brücken in Skandinavien (EasyGo Verbund).

 

Bezahlen der Mautgebühren

 

Die Rechnung über die Mautgebühr kommt per Post und muss dann fristgerecht überwiesen werden. Einen Monat lang werden die Informationen der Kontrollstationen gesammelt und kommen dann gebündelt an. Während die Citymaut schon einige Euro beträgt, ist der Betrag zum Überqueren der Brücken (mit Ausnahme der Öresundbrücke) unglaublich klein. Wir gehen davon aus, dass vor allem durch die wesentlich höheren Gebühren bei Überschreitung der Zahlungsfrist verdient wird. Sie wird von einem Inkassounternehmen eingetrieben.

 

Anscheinend kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Fehlern im System. So haben zum Beispiel einige Deutsche, die mit ihrem Fahrzeug gar nicht in Schweden unterwegs waren, Rechnungen erhalten. In solchen Fällen kann beim schwedischen Zentralamt für Transport Einspruch eingelegt werden.

 

So sieht zum Beispiel die Rechnung für die Infrastrukturmaut der Sundsvallbrücke aus:

 

Rechnung Infrastrukturmaut Sundsvallbrücke

 

Eigentlich finde ich die Idee, dass sich die Benutzer der Brücken quasi im Nachhinein durch die Brückenmaut an den Baukosten beteiligen, gar nicht so schlecht. Trotzdem gibts, zumindest bei der Sundsvallbrücke, einen kleinen Trick um sich den Aufwand der Kleinbetrag Überweisung zu sparen:

 

Wie man die Maut der Sundsvallbrücke umfährt

Abfahrt Sundsvall C statt Autobahnbrücke

 

 
Wer sich auf der E4 Sundvall nähert, wird automatisch über eine Autobahnbrücke mit Mautgebühren gelenkt. Die Sundsvallbron. Entlang der Straße wird das schon einige Kilometer vorher auf Schildern angekündigt. 
 
Die Erfassung erfolgt dann aber nicht nur automatisch, sondern meistens auch, ohne dass man es bemerkt.
 
Mit neun Kronen sind die Gebühren lächerlich gering. Wirklich verdienen tut der Staat wohl über die Mahngebühren, denn die liegen gleich bei 300 Kronen (siehe Rechnung oben). Und wahrscheinlich nehmen viele die Rechnung über umgerechnet circa einen Euro nicht wirklich ernst. Die Mahngebühr wird dann aber tatsächlich eingefordert.
 
Wer sich das Ganze also ersparen möchte, der kann das durch einen kleinen Umweg beziehungsweise eine kleine Tour durch Sundsvall tun. 
 
Das geht so:
 

 

In beiden Fahrtrichtungen gibt es jeweils circa 100 Meter vor der Mautstelle eine Abfahrt nach Sundsvall C / Sjukhus (also Zentrum und Krankenhaus). 
 
Man fährt ab, in die Stadt hinein, und folgt dann wieder den Beschilderungen E4 Haparanda nach Norden oder E4 Hudiksvall/Stockholm, wenns in südlicher Richtung weiter geht.
 
Blick auf die Sundsvallbrücke mit Straßenschildern, Sundsvallbron

 

 
Die Fahrt geht auf großen Straßen mit gut beschilderten Kreuzungen  direkt zur nächsten Auffahrt. 
 
Einzige Fehlerquelle, E4 und E14 nicht verwechseln. Sonst landet man in Trondheim, was ja aber auch schön sein kann.
 
Die Brücke ist architektonisch kein Highlight, von unten ist sie eigentlich sogar spannender als von oben. Man verpasst also durch diesen Trick nichts. Außer eben die Mautgebühren.
 

Mehr Infos zu Preisen und Bedingungen gibts auf der Seite des schwedischen Zentralamts für Transport.


Hab ich noch was vergessen?

Wie machts du das mit den Bereichen in denen

Mautgebühren bezahlt werden müssen?

Umfährst du sie, oder ist dir das egal?

Text und Fotos: Rike Jütte und Arne Gerken

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Danke fürs Lesen!

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