Das Ungeheuer vom Tavelsjö

Das Ungeheuer vom Tavelsjö

Immer wieder kommt es zu unerklärlichen Bewegungen auf dem Tavelsjö. Von kleinen Strudeln hin zu wellenartigen Bewegungen. Die Erklärung liegt auf der Hand: Es gibt im See ein Ungeheuer.

 

Das Untier vom Tavelsjö. Das Tavelsjöodjur.

 

Wir haben uns auf den fast 25 km langen Weg gemacht, es zu finden...

Angeblich kann sich das Tavelsjöungeheuer zu jeder Zeit und an jeder Stelle des Sees zeigen. Da gibt es keine Regelmäßigkeiten zu beobachten. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als um den gesamten See zu wandern.

Wandern am Tavelsjö

Wir beginnen unsere Wanderung um den See Tavelsjö im gleichnamigen Ort. Hier ist auch der offizielle Startpunkt der Tavelsjö runt (obwohl eine Runde ja nicht wirklich einen Anfang oder ein Ende hat).

In Tavelsjö am Tavelsjö.

Wir parken den Volvo an der Kirche und schauen uns unseren Wanderweg auf der Karte an: 23,5 km liegen vor uns. Denn wir wollen um den ganzen See herum.

 

Müssen wir ja auch, hier steht schließlich das Auto.

Mystik am Tavelsjö.

Vorbei am Kirchgarten, dem Rastplatz "Strandvägen" und dem ortseigenen ICA (schwedischer Einkaufsladen) laufen wir entspannt durchs kleine Örtchen und freuen uns draussen zu sein. Ein Stück weit gehts nah am See entlang, aber schon bald finden wir uns auf einer Straße ohne Seeblick wieder.

 

Ich hoffe inständig, dass sich das Tavelsjöodjur (so nennt man das auf schwedisch) nicht genau in dem Moment entscheidet, seinen mysteriösen Kopf aus dem Wasser zu strecken!

Wandern auf der Tavelsjö runt.

Auf den Teil der Strecke durch den Ort, folgt ein Teil durch den Wald. Das gefällt mir besser. Schwedische Dörfer sind natürlich schnuckelig. Aber beim Wandern muss man ja nicht unbedingt alle zwei Minuten ein Haus sehen...

Am Tavelsjö.

Es ist leicht auf dem Weg zu bleiben. Blaue Ringe an den Bäumen und blaue Schilder machen es fast unmöglich davon abzukommen. Und mir fällt ein weiterer Vorteil des startens am Startpunkt auf:

 

Die Schilder denen wir begegnen, teilen uns nicht nur mit, dass wir noch auf der Tavelsjö runt sind, sondern auch, wieviele Kilometer wir schon hinter uns haben!

Tavelsjö runt, 3 Kilometer.

Neben den Schildern, die den Weg weisen und die schon gelaufenen Kilometer verraten, gibt es noch weitere. Um den See herum sind 25 Informationstafeln verteilt, die historisches, kulturelles, geographisches und geologisches Wissen über die Umgebung preisgeben.

 

Besonders sympathisch: Die Informationen und Tafeln wurden in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern zusammengestellt.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke, nachdem uns der Weg erneut kilometerweit direkt an einer befahrenen Straße entlang geführt hat, ziehen wir das erste Resümee unserer Tavelsjö-Wanderung:

 

Es ist zwar nicht unschön, aber von dem so häufig angepriesenen, wundervollen Ausblick sehen wir nicht viel. Stattdessen haben wir bisher hauptsächlich Asphalt gesehen.

 

Unsere Erwartung an die Tavelsjö runt (ich hatte mich seit Wochen darauf gefreut!) haben sich bis hierher nicht erfüllt.

 

Zudem wird es in circa einer halben Stunde ganz dunkel sein.

 

Vielleicht zeigen sich zumindest Polarlichter, wenn schon keine Ungeheuer?!

Sonnenuntergang am Tavelsjö.

Wie gehts also weiter?

 

Wanderung abbrechen und zurück zum Auto laufen,

oder weiter der Strecke folgen und die Runde doch abschließen?

 

Keiner von uns ist ein großer Fan des Umkehrens. Also gehen wir weiter.

 

Schließlich haben wir das Monster auch noch nicht zu Gesicht bekommen. (Wie auch, wo wir so weite Streckenabschnitte nicht einmal den See sehen konnten?)

Am Tavelsjö.

Um die Stimmung wieder etwas zu heben, entschließen wir uns, erstmal einen der unzähligen Rastplätze für ein ordentliches Fika in Anspruch zu nehmen.

 

Den Rastplatz unserer Wahl "Kammenvägen" finden wir auf Höhe des Ortes Haddingen, nicht unweit der südlichen Spitze des Tavelsjös. Heißer Tee, Käsebrote und Tranbär-Cookies lassen alles schon gleich wieder in ganz anderem Licht erscheinen.

So auch den See.

 

Als wir ankamen habe ich eine Art längliche Steinreihe oder Sandbank im See gesehen.

 

Nach dem Essen ist diese nicht mehr sichtbar.

 

Auch ohne Wellen und Strudel: Ich bin mir sicher, dass es der Rücken des Untiers war, den ich dort von der Picknickbank aus erspäht habe.

 

Was soll das auch sonst gewesen sein?!

Tavelsjö.

Gestärkt und äußerst zufrieden packen wir den letzten Teil unser Fußreise an. Im Dunkeln gehts vorbei an den wohlklingenden kleinen Orten Sunnansjö, Långviksvallen, Signilsbäck und Sand. Zurück in Richtung Tavelsjö und Volvo.

 

Ab Kilometer 20 spüren wir unsere Beine mehr und mehr. Das Tempo nimmt deutlich ab.

 

Auf den letzten Kilometern werden wir aber noch einmal belohnt.

Wir bekommen einen weiteren Blick aufs Ungeheuer vom Tavelsjö:

Tavelsjöodjur.

Text: Rike Jütte

Fotos: Arne Gerken und Rike Jütte

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Danke fürs Lesen!

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