Reiselust und Heimatduft. Gedanken zum Jahresende

Gestern war der 21. Dezember. Wintersonnenwende.

Das Jahr geht zu Ende. Das Licht kommt wieder.

 

Ich gerate Ende Dezember immer in Grübellaune. Ich denke über das vergangene Jahr nach und über das kommende. Resümiere und schmiede Pläne.

2015 war ein ganz besonderes Jahr. Denn vieles, eigentlich alles, war ganz anders als zuvor. Ich habe mir eine Auszeit genommen, viel Zeit mit meinem Lieblingsmenschen und wenig in Deutschland verbracht. Ich habe angefangen einen Blog zu schreiben, habe mich in Skandinavien, das Meer und das Segeln verliebt, eine Konsumauszeit genommen und mich mit Lebensweisen beschäftigt die allgemein eher als unkonventionell gelten.

Den Job kündigen, die Habseligkeiten reduzieren, eine Auszeit nehmen und herumreisen: „Mal was anderes machen“.

Das war der Plan für 2015. Und der wurde auch umgesetzt.

Dabei wurde ich von vielen Seiten auf ganz grandiose Weise unterstützt, wofür ich unglaublich dankbar bin. Es gab weit weniger Unverständnis für mein Tun, als ich im Vorfeld gedacht hätte.

Und trotzdem war das Jahr ein stetes Auf und Ab. Nicht nur reisetechnisch ging es immer wieder hoch -nördlich- und runter -südlich-, sondern auch im Kopf ging´s hin und her.

Ich weiß ganz sicher, dass ich die genommene Auszeit nicht bereue. Ich bereue aber, nicht noch mehr „herausgeholt“ zu haben. So viel Zeit habe ich mit Dingen verbracht, die ich im Nachhinein anders besser hätte nutzen können.

„When I think of all the good times thats been wasted,
having good times.“

 

singt Eric Burdon in meinem Kopf...

Reiselust

Immer mehr Menschen entscheiden sich für das Reisen als Lebensstil. Dieses Thema hat mich schon lange fasziniert und so etwas in der Art, habe ich das letzte Jahr auch ausprobiert. Wobei ich nicht wirklich ständig unterwegs war, denn ich habe das Glück sowohl in Deutschland als auch in Nordschweden je eine Art Zuhause zu haben! Ich habe eher Trips von einer der Homebases aus unternommen. Aber das Thema blieb trotzdem interessant.

Sebastian von wirelesslife ist so etwas wie der Webguru zum Thema Ortsunabhängigkeit. Als er Anfang des Jahres nach einer Feedbackgruppe suchte, die ihn bei der Erstellung seines neuesten Produkts unterstützt, habe ich mich riesig gefreut, ausgewählt zu werden. So konnte ich noch mehr über das Lernen, was sich „Digitales Namadentum“ nennt.

Um die Welt gondeln und dabei von Nebenjobs oder digitaler Arbeit leben: Das ist ein schöner Traum.

Ein Traum, der leider für viele dann endet, wenn die Ersparnisse aufgebraucht sind.

Denn das Geldverdienen von unterwegs ist kein Zuckerschlecken. Viele Stellen, vor allem online, suggerieren, dass es „nur“ eine Idee braucht (Blog, Ebook, digitales Produkt oder Dienstleistung). Und natürlich die richtige Einstellung und kontinuierliche Arbeit. ;-)

Von ihrer Onlinearbeit leben, kann aber nur ein Bruchteil der tollen Menschen, die es versuchen. Der Markt, vor allem in Bezug auf Blogs, scheint gesättigt, alles gibt es in ähnlicher Form schon und viele Webseiten sehen sich so ähnlich, dass sie fast verwechsel- oder austauschbar sind.

Es ist nicht unmöglich online und ortsunabhängig Geld zu verdienen, aber der Weg dorthin ist lang und holprig.

Wen das nicht abschreckt, wer sich voll und ganz in die Ortsunabhängigkeit begeben möchte, dem rate ich, sich gut vorzubereiten. Starte nicht einfach ins Blaue (das war wohl mein Weg), sondern überleg dir gut, was, wie und wann du es tust. Sebastians, oben schon erwähntes Buch, beantwortet alle aufkommenden Fragen dazu und kommt mit allerlei Zusatzmaterial daher. Wenn du an einem Leben mit Onlinebusiness interessiert bist, schau mal hier*.

Es gibt mittlerweile unglaublich viele Möglichkeiten online Geld zu verdienen und sich damit einen Lebensstil zu ermöglichen, der nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist. Ich finde das auch nach monatelanger Beschäftigung mit dem Thema weiter tierisch interessant.

 

Und trotzdem überlege ich, mich wieder an einen Ort zu binden…

Heimatduft

Obwohl sich ein Teil meiner Freunde über den Globus verteilt, ist der feste Kern meiner Lieben doch in Deutschland ansässig. Bei jedem Aufenthalt, merke ich, wie gut es tut sie zu sehen und in der Nähe zu wissen.

Meine (anfangs nur für einige Monate geplante) Auszeit geht nun nach 12 Monaten auf ihr Ende zu. Obwohl ich längst noch nicht genug vom Meer, von Schweden und von Skandinavien gesehen habe!
 
Es ist ein Punkt gekommen, an dem ich mich wieder nach etwas mehr Routine sehne. Und einen Ort, an dem ich mich einrichten und es mir gemütlich machen kann.
Vielleicht ist es das Alter (da steht plötzlich ´ne 3 vorne!), das Jahresende oder die Summe aus all dem Unsteten, der letzten Monate. Vielleicht liegt es daran, dass Freunde sich Häuser kaufen und Babies bekommen.

Vielleicht ist es einfach Zeit, darüber nachzudenken, wie es weitergehen soll. Zurück in einen festen Beruf oder weiter machen wie die letzten Monate? Herumreisen oder Niederlassen?

Und die wichtigste Frage: Lässt sich das nicht kombinieren?

Kommen bei dir auch immer so viele Fragen zusammen am Jahresende? Ist das einfach die Zeit zum nachdenken, resümieren, planen, verwerfen, und träumen?

Ich freu mich über Kommentare!

Text und Foto: Rike Jütte

Danke fürs Lesen!

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